Wer wir sind

Wer wir sind – Woher wir kommen – Was wir machen

„Wir“ sind über 400 Bläser in 27 Posaunenchören im Kirchenkreis An der Agger im Oberbergischen Land. Die Entstehung von Posaunenchören in unserer Heimat ist eng mit der Erweckungsbewegung verbunden, die im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert insbesondere den Süden des Oberbergischen erfasste. Mit über 100 Jahren sind die in dieser Zeit gegründeten ältesten Chöre der OPV Poco Brass 1882 Thierseifen, Wirtenbach (1889), Mühlen (1895) , Heidberg und Odenspiel (1906), Winterborn und Erlenhagen (1907), Eckenhagen (1908) und Remperg (1910).

Die OPV wurde 1920 auf Initiative der beiden Pfarrer Friedrich August Aring (Morsbach-Holpe) und Fritz Mockert (Waldbröl) sowie des Waldbröler Kaufmanns Wilhelm Jacobs gegründet. Vorbilder waren ihnen die Verbände im Ravensberger und Siegerland. Aus Gründungsschriften wissen wir, dass im Oberbergischen dafür Überredungskunst angewendet werden musste. Aber seitdem sind die Oberbergischen Bläser beständig und treu. Nun schon 90 Jahre!

Unsere Aufgabe sehen wir in der musikalischen Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus. Schwerpunkt bildet dafür das jährlich stattfindende Posaunenfest – aber auch weitere Bläserdienste. Das Jubiläumsposaunenfest in diesem Jahr war in unserer Geschichte ein echtes Highlight. Aufgabe der OPV ist auch die gegenseitige Unterstützung und die Stärkung der Gemeinschaft der Posaunenchöre.

Durch 90 Jahre haben die jeweiligen Vorsitzenden die OPV in besonderer Weise geprägt. Vorsitzende waren in den Gründungsjahren Pfarrer Friedrich August Aring, anschließend Pfarrer und Superintendent Otto Meiswinkel aus Waldbröl , später die Pfarrer Friedrich Sentker aus Wiehl, Siegfried Karthäuser aus Bergneustadt und Burkhard Preis aus Marienhagen. Seit 1997 nimmt Pfarrer und Superintendent Jürgen Knabe diese Aufgabe wahr. Die Kreisdirigenten haben es stets vermocht, die Bläser aus den verschiedenen Chören zu einem großen Klangkörper zu Gottes Lob und Ehre zu formen. Neben dem Mitbegründer Pfarrer Friedrich August Aring sind hier Wilhelm Seinsche aus Winterborn , Ernst Kossek aus Marienheide, Friedrich Vorländer aus Winterborn und vor allem Horst-Wilhelm Seinsche aus Winterborn zu nennen sowie Kantor Martin Kotthaus aus Waldbröl. Zukünftig werden die jeweiligen Posaunenwarte aus CVJM und Posaunenwerk unsere Posaunenfeste leiten.

Im Oberbergischen leben wir bläserisch in lebendiger Vielfalt – in einem kleinen „EPiD“ (Evangelischer Posaunendienst in Deutschland) sozusagen. Einige Chöre gehören dem CVJM-Westbund an, andere dem Posaunenwerk der Ev. Kirche im Rheinland und manche auch keinem Dachverband. In unserer Gemeinschaft schöpfen wir daraus Motivation, Freude und letztlich Segen für unsere Arbeit. Auch unsere Literatur ist vielfältig. Gab es in den Anfängen der OPV neben dem kleinen schwarzen „Kuhlo“ nur „Lobt Gott“ und „Rühmet den Herrn“ sind Bläserhefte und Kompositionen für Gottesdienste, Konzerte, Posaunentage und andere Events heute zahllos. Zum Repertoire der Chöre zählen neben der Kirchenmusik auch Volkslieder, bekannte Melodien aus Musicals oder von Popgruppen. Die musikalische Bandbreite reicht von Stilen der Renaissance über die Klassik und Romantik bis hin zu modernen Kompositionen unserer Tage, auch Spirituals, Gospels und Swing.

Durch alle Zeiten und Veränderungen gilt uns das Wort aus Psalm 98:
„Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!“


Beate Ising, im Advent 2010